Ein Nachruf

Wir trauern um Michaela Maus. Gestorben in der Nacht zum 12. April durch Einwirkung roher Gewalt eines winkelförmig gebogenen Drahtes, der mit großer Kraft auf sie herabschnellte, weil sie von Gier auf ein Stück Wiener Würstchen getrieben die so einfache wie tödliche Schnappmechanik einer handelsüblichen Falle ignoriert hatte. Sie führte ein erfülltes Leben in dessen Verlauf sie

– eine Solardusche verzehrte
– ein Kinderplanschbecken perforierte
– Köttelchen an an alle möglichen und unmöglichen Orten ablegte
– einen Satz Ikea-Trinkstrohhalme zerschredderte
– ein halbes Dutzend Kondensmilch-Plastikdöschen vertilgte
– großflächig den Wohnraum verkotete
– Nester in der Schublade der Werkbank und im Kinderwagen baute
– eine Tube Kinderzahnpasta (Geschmacksrichtung: Himbeer) verschlang
– mehrere Pullis, Socken und T-Shirts duchlöcherte und
– verdammt nochmal jeden freien Zentimeter Wohnraum vollkackte.

Beigesetzt wurde sie aus Gründen der Rücksicht auf zerbrechliche Kinderseelen heimlich still und ziemlich tief unter einem Apfelbaum (Ananas-Renette) und nicht etwa als Futter für Raubvögel weithin sichtbar auf dem Kompost ausgelegt, wie das Nachbar P. von Parzelle 14 gerne macht.

Möge sie in Frieden ruhen und zu Lebzeiten unter Unfruchtbarkeit gelitten haben.

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